Chaosradio Medienformate

Da die Diskussion in den Kommentaren zum letzten Punkt aufkam, es da aber nur begrenzt hinpasst, möchte ich es hier noch einmal separat aufgreifen: warum es die Chaosradio Podcasts “nur” als MP3 (für Audio) und MPEG-4 (für Video) Dateien gibt.

Ich weiß, dass das eine tiefreligiöse Diskussion werden kann und ich habe sie auch schon vor einiger Zeit mal in meinem eigenen Blog geführt. Ich möchte damals wie heute aus praktischen Gesichtspunkten heraus argumentieren. Kernpunkt: MP3 und MPEG-4 decken den Podcasting-Bedarf zu 100% ab und weitere Formate machen eine Menge Arbeit. Die einzige Motivation für mich, konsequent auch Ogg Vorbis und/oder Ogg Theora anzubieten wäre, dass sie mindestens die gleiche Anwendungsbreite wie MP3/MP4 bieten oder neuartige Nutzungsmöglichkeiten bringen würden. Das ist aber leider beides nicht der Fall.

Zunächst einmal gibt es kaum mobile Medienabspielgeräte, die nativ Ogg Vorbis und/oder Theora unterstützen. Damit ist auch wohl so bald nicht zu rechnen, da es meiner Erkenntnis nach keine Chips gibt, die man in solche Player einbauen könnte, die eines der Formate anbieten. Ich hielte das zwar für eine tolle Sache, aber es passiert nicht. Hauptgrund dafür ist die Angst der Firmen vor Patentklagen. Ich weiss, dass es ein paar Player mit Vorbis Support gibt, aber die Geräte sind nicht nennenswert verbreitet und können alle auch MP3 abspielen.

Die Produktion eines Podcasts frisst eine Menge Zeit. Ihr könnt grob mal rechnen, dass für jede Stunde Hörbares mindestens zwei bis drei Stunden Bearbeitungszeit dazukommen, da ich alles noch einmal anhöre, mit Links versehe, generell Qualitätssicherung betreibe und in manchen Fällen auch mal nachträglich ans Material gehen muss. Am Ende kommt das Encoding, das Auszeichnen mit Metadaten, der Upload und meist auch noch ein Testdownload nach dem Posting. Ein Podcast mit 2,5 Stunden Länge kostet mich in der Regel einen ganzen Tag.

Einen oder sogar alle CPN-Podcasts in einem zusätzlichen Format anzubieten ist ein nicht unerheblicher Aufwand. Mindestens kommt hier ein weiterer Durchlauf des Encoding/Tagging/Uploads hinzu, der viel Zeit kostet. Hier und da lassen sich Dinge auch mal automatisieren, aber in der Realität ist das schwierig. Ich stecke sowieso schon viel zu viel Zeit in Produktion, ein alternatives Format ist da anstrengend.

Ogg wird eigentlich nur in der Linux-Szene verwendet. Die Podcast-Clients unter Linux sind allesamt ein Grauen und ich spüre da wenig Liebe zum Konzept. Die Feature-Liste ist auch stark begrenzt: weder gibt es Kapitelmarken noch einen einfachen Weg, Unicode in Metatags unterzubringen (zumindest mir ist kein Werkzeug auf der Kommandozeile bekannt, was das leistet). Für Lyrics wüsste ich nicht, wie ich sie unterbringen sollte. Die Dokumentation der Metadaten ist recht dünn.
Auch scheint in Ogg wenig Arbeit zu fliessen, alles konzentriert sich wohl auf Matroska, das versucht, endlich mit QuickTime als Container-Format featuremässig gleichzuziehen.

Fazit: Wenn ich mir die Mühe mache, die Podcasts in zusätzlichen Medienformaten anzubieten, müssen diese mindestens die gleichen Features wie MP3 bieten und darüberhinaus noch einen Mehrwert. Das sehe ich derzeit allein bei MPEG-4 AAC gegeben, wo es de-facto einen Standard für Kapitelmarken (mit Titeln, URLs, Bildern) gibt, die auch vom iPod erkannt werden. AAC bietet wohl auch die gleiche Audioqualität wie Vorbis (nicht dass ich das getestet hätte) und würde kleinere Dateien bedeuten.

Kurzfristig sind für mich Kapitelmarken am reizvollsten: der QuickTime Player unterstützt zumindest unter Mac OS X 10.5 (andere Versionen nicht getestet) ID3-Chapters. Ich muss da noch mehr testen und ich bräuchte auch noch Tools, die das Erzeugen von ID3-Chapters automatisieren können. Da scheint leider immer noch nicht viel geschehen zu sein (sollte jemand da Tips haben: her damit)

Würden Vorbis und Theora in HTML 5 aufgenommen werden gäbe es allerdings ein gutes Argument für die beiden Codecs: dann würde ich damit den Webplayer für Audio und Video realisieren, auch wenn ich wohl von einem eigenen Feed noch absehen würde.

Aber ich bin offen für eine Diskussion solange sie mit praktischen Argumenten geführt wird. Für mich ist das Argument “aber es ist frei!” unerheblich, solange mir diese Freiheit nur Arbeit macht und keine Vorteile bietet. Wenn es eine unter FreeBSD laufende Toolchain gibt, die aus bestehendem MP3-Material ohne Datenverlust (Metadaten!) Vorbis macht, dann könnte man über eine automatisierte Bereitstellung von Vorbis-Dateien nachdenken. Tips dafür werden gerne entgegengenommen.

Dieser Beitrag wurde unter Intern veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

33 Antworten auf Chaosradio Medienformate

  1. tom sagt:

    nunja, mp3 ist schon ok, ogg waere besser – macht aber nix.
    wenn jemand unbedingt oggs will, dann findet sich sicher jemand, der die encoded,
    anhoert und vielleicht (wenn vertrauen da ist) auch auf den server schieben kann?
    du musst ja nicht alles selber machen …

  2. Harkai sagt:

    AAC (only) ist keine so gute Idee. Damit werden fast jede Mp3-Player ausgeschlossen (außer ipods u. zunes).
    Ansonsten ist mir es eigentlich egal.
    Als Macuser hat man es nicht leicht mit Formaten. Apple drängt sehr auf mp4 (AAC u. mpeg4).
    So wie es ist finde ich es ganz nützlich.
    XviD bzw. DviX mit mp3 wäre manchmal ganz hilfreich, da nicht jedes Endgerät mp4 unterstützt.
    Von der Qualität dürfte es eigentlich bei Sprache allein egal sein welches Format man nimmt. (Die Tagesschau Redaktion auf ihrer HP benutzt teilweise nur 48 kilobit in mp3 u. ogg)

  3. MP3 ist der Standart, der fast überall verwendet werden kann. Ob ich dann einen IPOD, Linux, BeOS oder eine DBOX-Gui… ist alles egal. Das geht!

    Zum Linux muss ich sagen, dass ich über Amarok positiv überrascht war. Nach 30 Min Einarbeitung ist es für mich ein vollständiger ITunes ersatz geworden. Z.B. markiert der Ipod bis zum Ende gespielte Stücke, die per Mausklick automatisiert gelöscht werden können.

    Bin nicht sicher… aber ich glaube Itunes kann das nichtmal :)

    Interface könnte natürlich benutzerfreundlicher sein…

    MfG Bastian
    http://www.kabelwirtschaft.de

  4. Rechteck sagt:

    Also ich persönlich mag als Container am liebsten Matroska, als Audio-Codec Vorbis, und als Video-Codec XviD (vielleicht bald X.264)

    Ich würde Matroska dem Ogg Container vorziehen.

    MP3 ist ja eigentlich kein Container-Format, das ist ja nur der Datenstrom, geht das eigentlich auch mit Vorbis? (Weil Vorbis ist ja auch streambar)

    MfG,
    Rechteck

  5. Tim Pritlove sagt:

    @Harkai: XVID ist auch nur MPEG-4, allerdings Standard-MPEG-4-Video. MP3 und MPEG-4 in einem MPEG-4 Container ist meines Wissens nicht zulässig. Welcher Videoplayer kann den MPEG-4 mit MP3 und nicht mit MPEG-4 Audio?

  6. ruebezahl sagt:

    Irgendwie sehe ich nicht, warum es grosser Auwand sein soll, ein zusaetzliches mal in einem anderen Format zu encoden. Das Ogg frei und nicht patentbelastet ist waere es mir zumindest wert – und wuerde imho einem CCC-Podcast gut stehen. Ich besitze auch einen Player der das abspielen kann – aber ich bin mir nicht sicher ob das hard- oder softwareseitig geloest ist. Und mir wuerde sogar ein einfaches, reencodetes mp3 zu ogg reichen, diese tollen Zusatzfeatures nutze ich eh nicht.

  7. d0k sagt:

    Da ich trotz DSL-Leitung kein Fan von (unnötig) großen Downloads bin, würde ich mich über kleinere Audiodateien mit gleicher (oder gar besserer) Qualität freuen. Auch wenn OGG-Vorbis das unterstützendswertere Format wäre würde ich mich auch mit AAC (zusätzlich zum MP3 für die verbreiteten Player) zufriedengeben.

    Theora, so schön patentfrei es auch ist, ist IMHO keine Alternative zu h.264, allein aus Qualitätsgründen.

    Das es keine Chips fürs Vorbis-Decodieren gibt ist übrigens falsch, es gibt solche ICs z. B. von VLSI (ob es sich für die Hersteller lohnt, diese zusätzlich zum MP3-IC einzubauen steht auf einem anderen Blatt).

  8. alex sagt:

    “aber die Geräte sind nicht nennenswert verbreitet und können alle auch MP3 abspielen.”
    Bei der Menge an unterschiedlichen tragbaren Mediaplayern, welche _sind_ denn wirklich verbreitet? Ipod und zune?
    Punkt ist doch: Die Hersteller dieser Geräte müssen sich um ogg gar nicht kümmern, weil die Contentprovider (Du) auf Nummer sicher gehn und den Kram eh als mp3 anbieten. Die Tagesschau hat da noch die Größe auch Vorbis bereitzustellen.

    “Mindestens kommt hier ein weiterer Durchlauf des Encoding/Tagging/Uploads hinzu, der viel Zeit kostet.”
    Ich kann mir kaum vorstellen das die Tags nicht automatisch übernommen werden. Encoding und Uploading hört sich für mich auch nicht so an als müsste man dabeisitzen und zuschauen.

    “Ogg wird eigentlich nur in der Linux-Szene verwendet. Die Podcast-Clients unter Linux sind allesamt ein Grauen und ich spüre da wenig Liebe zum Konzept.”
    Ich denke mal die Linux-Szene macht einen Großteil deiner Hörer aus. Welche Rolle spielt denn die Qualität der Linux Podcast Clients in der Diskussion?

    “weder gibt es Kapitelmarken”
    So wie ich Dich weiter unten verstehe gibt es bisher ohnehin nur ein Programm das die unterstützt. Ich dachte du wärest daran interessiert, möglichst viele Leute zu erreichen. Erhebliche extra Arbeit die nur sehr wenige Leute genießen werden und die – mal ehrlich Kapitelmarken in nem 3(2) Stunden Podcast? – auch nur begrenzten Sinn hat?

    “Für Lyrics wüsste ich nicht, wie ich sie unterbringen sollte. Die Dokumentation der Metadaten ist recht dünn.”
    http://www.xiph.org/vorbis/doc/v-comment.html Auch hier sehe ich das Problem nicht. Die Namen der Tags sind beliebig. Du kannst einbauen was immer du willst.

    “Das sehe ich derzeit allein bei MPEG-4 AAC gegeben, wo es de-facto einen Standard für Kapitelmarken (mit Titeln, URLs, Bildern) gibt, die auch vom iPod erkannt werden. AAC bietet wohl auch die gleiche Audioqualität wie Vorbis (nicht dass ich das getestet hätte) und würde kleinere Dateien bedeuten.”
    IMHO musst Du Lizenzgebühren bezahlen um das zu benutzen.

    “Würden Vorbis und Theora in HTML 5 aufgenommen werden gäbe es allerdings ein gutes Argument für die beiden Codecs: dann würde ich damit den Webplayer für Audio und Video realisieren, auch wenn ich wohl von einem eigenen Feed noch absehen würde.”
    Wir wissen das das nicht passieren wird. Kein DRM in offenen Codecs und Kontainern also keine offenen Codecs und Kontainer im Standard. Die Industrie wird das verhindern.

    Zusammenfassend kann man wohl sagen:
    Vorbis hätte den Vorteil kleinerer Dateigrößen,
    Mp3 wird von mehr Geräten und mehr Software unterstützt.
    Mp3 wird abgelöst werden. Das ist nur eine Frage der Zeit. Hier stellt sich die Frage ob der Nachfolger von der Industrie kontrolliert, DRM verseucht und nur mit Lizenzgebühren verbunden benutzt werden kann oder ob es eine freie Alternative geben wird.
    Ich denke es liegt durchaus im Interesse des CCC hier die freien Alternativen zu unterstützen. Das Argument “es gibt wenig Zeug das das unterstützt zieht nicht.” Das ist eine Henne-Ei-Problem. Die Leute werden nur dann Software dafür programmieren oder die Risiken von Klagen auf sich nehmen wenn auch Bedarf (also Content) besteht. Wer wenn nicht die Geeks, die Leute mit Einblick in die Technik und der Fähigkeit zu erkennen, wohin das vermutlich führt, haben denn überhaut ein Interesse daran die freien Alternativen – auch wenns unbequem ist – zu unterstützen?
    Wenn nichtmal das Chaosradio als ogg/vorbis verfügbar ist, was dann?

    cheers, alex

  9. Emanuel sagt:

    alexx++

    als ich das erste mal auf das Chaosradio gestossen bin, war ich schon ziemlich erstaunt das ein Verein wie der CCC nur MP3’s anbietet.
    Ich meine wenn Deutschlandradio, Tagesschau, CCZwei und etliche andere Formate Ogg anbieten können, kann das der CCC ja wohl schon lange.
    Du kannst dir ja von den Woflgangs erklären lassen, wie man das encoden in verschiedene Formate automatisiert! ;)

  10. mazzoo sagt:

    ogg/vorbis fähiges Silizium findet man heute selbst in grottingen el-cheapo Playern, egal ob mit oder ohne Video, bspws von sigmatel:

    http://sigmatel.com/Korean/documents/Q22007Guide072307.pdf

    mazzoo

  11. Friedolf sagt:

    Normalerweise spiele ich die Podcasts direkt auf dem Computer ab (Download von der Webseite), dafür ist das Format egal. Mein kleiner MP3-Player kann aber leider kein OGG. Die bisherigen Formate sind ausreichend.

    Friedolf

  12. Christoph sagt:

    Bla bla ogg hin, bla bla mp3 her. Wie hoch wäre denn der Aufwand für ein simples Enconding nach ogg-vorbis, ohne die ganzen Extra-Sachen?

  13. kiowas sagt:

    Auch wenn ich mich ebenfalls über Ogg Vorbis Feeds freuen würde, finde ich das Argument des zusätzlichen Aufwands doch nachvollziehbar. Mir ist es lieber die Zeit fließt in die Produktion weiterer Sendungen, als in die Bereitsstellung zusätzlicher Formate.

  14. Jona sagt:

    Also wenn du mit Metadaten di ID3 Tags meinst dann kannst du MP3 Dateien nach Ogg/Vorbis ohne Datenverlust(*) mit GStreamer converten.

    Folgendes commando erledigt das:
    gst-launch filesrc location=foo.mp3 ! id3demux ! mad ! audioconvert ! vorbisenc ! oggmux ! filesink location=foo.ogg

    Dazu musst du folgende ports installieren:
    audio/gstreamer-plugins-mp3
    audio/gstreamer-plugins-mad
    audio/gstreamer-plugins-vorbis
    audio/gstreamer-plugins-ogg

    (*) Natürlich nicht ohne Qualitätsverlust da Vorbis ein lossy Codec ist.

    Beste Grüsse,
    Jona

  15. Jochen sagt:

    Ich kenne ja Deinen Workflow nicht, aber ich war bisher davon ausgegangen, dass es verlustfreies Ausgangsmaterial gibt (ob nun komprimiert oder nicht). Böte sich da nicht FLAC an? -Das benutzt nämlich exakt die gleiche Metadatenstruktur wie Ogg-Dateien (man kann es sogar in Ogg einbetten) und das Umkodieren nach Vorbis erhält automatisch alle Tags.

    Ich habe eher das umgekehrte Problem: ich rippe meine CDs als FLAC und kodiere dann nach Bedarf zu Vorbis oder MP3, wobei ich für letzteres kein Tool kenne, dass die Tags erhält. Dürfte aber theoretisch kein großes Problem sein.

    Außerdem: ich finde es prinzipiell gut, dass Du auf Features wie Kapitelmarken usw. achtest. Das können aber wohl noch weniger Player als Ogg Vorbis abzuspielen, oder? Ich zumindest kenne keinen (hatte aber auch noch keinen Kontakt mit den Apple-Produkten). AFAIK kann das nichtmal Rockbox.

    Die Unicode-Probleme kann ich übrigens nicht nachvollziehen. Meines Wissens nach ist das bei Vorbis Comments default und in einer UTF8-Umgebung in Unix-Systemen sollte es da auch auf der Kommandozeile überhaupt keine Probleme geben, während das character encoding in ID3 (zumindest einigen Versionen) nicht einmal spezifiziert ist.

  16. Marcus sagt:

    Da ich mich gerade privat umgesehen habe, möchte ich auf folgenden MP3-Player hinweisen:
    TEAC MP500 unterstützt MP3, WMA, DRM9/10 und OGG !!!
    http://dspd.teac.de/index.php?id=347&L=0

    Würde bei mir ein Kauf anstehen, wäre dieser allein aufgrund von OGG definitiv in der engeren Wahl.

    Ansonsten komme ich aber auch mit MP3 zurecht. ;-)
    Wie Du schon schriebst, wird zumindest fast zu 100% der Podcasting-Bedarf mit den bereits angebotenen Formaten abgedeckt.

    Derzeit würde ich nichts ändern. Investiere die Zeit lieber als Vater in Dein Kind und erfreue uns mit informativen und unterhaltsamen Podcasts in schöner Regelmäßigkeit (so wie in letzter Zeit geschehen). Ich habe das Gefühl, dass mein Geld wirklich gut angelegt ist/war. ;-)

  17. Gerd D. sagt:

    Mir persönlich sind die Kapitelmarken und die anderen Extras in der MP3 Datei völlig schnurz. Wenn mich etwas interessiert hole ich mir die Links von der Chaosradio Seite, mein Player könnte damit eh nicht umgehen. Mich interessiert in 1. Linie der Audio Content, also die Sendung an sich. Wenn ich zwischen Audio und Metadaten gewichten müsste würde ich zu ca. 99,7-0,3% kommen.

    Der geschätzte Zeitaufwand für eine OGG Vorbis Version ohne Schnickschnack beträgt incl. Encoding schätzungsweise 2-3 Minuten, dafür hat der Hörer dann aber auch den Vorteil erheblich kleinere Dateien für die gleiche Qualität herunterladen zu müssen. Schätzungsweise 64 kbit/s (=q0) dürfte für OGG Vorbis völlig ausreichen, vor allem mit dem aoTuV OGG Vorbis Codec. Ich würde mich sehr freuen, wenn zumindest eine OGG Vorbis Alternativversion (und bitte kein Reencoding von der MP3 Version-> Qualitätsverlust) angeboten würde. 128 kbit/s CBR MP3s sind heute schon fast antiquiert.

    Es ist nicht richtig das es fast keinen Hardwaresupport für OGG Vorbis gibt. MP3 Player die dieses Format abspielen können gibt es genug (z.B. Cowon, Samsung,…), nur muss man sich ein wenig umschauen. Teurer als die reinen MP3 Player der Konkurrenz sind sie auch nicht.

    Du stellst meiner bescheidenen Meinung nach die Apple Produkte zu sehr in den Vordergrund und richtest Dein Schaffen an Apple aus. Bedenke das es hier auch viele User gibt, die sich einen dreck um Apple scheren und ganz eigene Ideen und Vorstellungen haben. Nur weil der IPod kein OGG Vorbis kann nur MP3 anzubieten finde ich etwas kurz gedacht. Wer sich für die Technik interessiert kauft sich eh keinen IPod, sondern ein besser ausgestattetes Konkurrenzprodukt zum halben Preis. Designer greifen zum IPod.

  18. Tim Pritlove sagt:

    @alex: Ich will mal versuchen, auf alle Deine Punkte einzugehen.

    Sicherlich kann derzeit nur beim iPod von einer wirklichen Verbreitung gesprochen werden. Den Zune gibt es in Europa gar nicht. Bei den anderen Playern können sicherlich nicht zwei Leute sich auf eine gemeinsam bekannte Marke einigen. Darüberhinaus ist der iPod (abgesehen von den jetzt gerade in den USA in den Verkauf gekommenen Zunes) der einzige mit explizitem (und darüberhinaus grandiosem) Podcast-Support.

    Dass ich mehr Arbeit mit zwei Formaten als mit einem habe musst Du einfach akzeptieren, denn so ist es. Vergleiche mit den anderen teils kommerziellen Anbietern hinken. Der Vergleich mit der Tagesschau ehrt mich ja, aber das ist auch das Aushängeschild der größten Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalt mit einem Heer bezahlter Mitarbeiter. Ich bin eine Person die zwischen Wickeln und Kochen kostenlose Podcasts produziert. Gleiche Maßstäbe?

    Dass Du Dir nicht vorstellen kannst, dass Encoding und Upload Zeit kosten, mag sein. Aber es ändert nichts daran, dass mich der Prozess in der Regel ne Stunde kostet. Wodurch “Tags” automatisch “übernommen” werden würden ist mir nicht klar. Ich hacke alles von Hand ein. Und wenn ich einen Fehler gemacht habe und von vorne anfangen muss (was schon mal vorkommt), dauert es noch ne Stunde.

    Die Linux-Community macht sicherlich einen großen Teil der Hörer aus, aber Chaosradio Express ist kein Linux-Podcast. Die Rolle die Podcast-Clients in dieser Diskussion spielen ist die, dass ich gerne für eine Podcast-affine Community bereit wäre, speziellen Content und Meta-Content zu erzeugen. Mit meinen Anmerkungen bin ich aber bisher auf allen Linuxtagen und anderen Gelegenheiten auf taube Ohren gestossen. PDFs im Feed? Frevel! Ein Player, der Audio und Video abspielen kann? Jehova! So macht das keinen Spass.

    Nennt mich Apple-Spinner, aber Apple begreift Podcasting wenigstens. iTunes mag nur “ein Programm” sein, aber es dient einer deutlichen Mehrheit als Werkzeug der Wahl (mich eingeschlossen). iTunes ist auch immer noch der Pionier beim Podcasting. Das Merken und Weiterleiten der aktuellen Abspielposition beim Syncing ist da ein gutes Beispiel. Und ich finde sehr wohl, dass Kapitelmarken einen großen Mehrwert darstellen würden. Man könnte jeden Link in der Beschreibung direkt an der Stelle platzieren, wo das Thema erwähnt wird. Zwei Stunden können sehr lang sein und die Marker würden vor allem das Wiederfinden von bestimmten Passagen vereinfachen. Ich halte das für eine der besten Features, die man bieten kann. Bei Chaosradio z.B. könnte man die Nachrichten und die Musik mit Kapitelmarken einfach überspringbar machen.

    Leider fehlt mir da noch der passende Workflow (Erfassung der Marken während der Aufzeichnung, damit es nicht noch extra zeit kostet) – und eben das passende Format.

    Ogg Tagging: Das die Namen der Tags in Ogg “beliebig” sind, ist genau das Problem. Ich will nicht beliebige Tags, ich will Tags mit klarer Bedeutung, die auch in Programmen genutzt werden, so dass man das auch testen kann.

    Niemand muss Lizenzgebühren zahlen, um AAC in Podcasts zu verwenden. Tatsächlich sind die Lizenzbedingungen von AAC entspannter als die von MP3.

    Dass die W3C Theora und Vorbis nicht noch in den Standard einbaut halte ich nicht für unmöglich. Der Widerstand der Firmen ist das eine. Der Anspruch der W3C ist das andere. Auf jeden Fall ist die W3C bei der Durchsetzung von Standards mächtiger als Chaosradio Express :)

    Dass es im “Interesse des CCC” ist, freie Standards zu unterstützen ist unbestritten und ich bin der erste, der das unterschreibt. Ich habe aber nicht über die Interessen des CCC gesprochen sondern über meine Zeitnöte als unabhängiger Einzelkämpfer, der von Themenauswahl, über Gastkoordination, Moderation, Aufnahme, Produktion, Website-Programmierung bis zur Außenkommunikation nahezu alles alleine macht.

    Aber ich bin auch nicht unbelehrbar und guten Argumenten weiterhin aufgeschlossen :)

  19. Harkai sagt:

    Zum Beispiel alle Geräte von Creative.
    Diese unterstützen nur XviD und WMV.
    Ziemlich ungünstig da ja fast alle Video-Podcasts im mp4 Container gepackt werden.
    Zencast benutzt Mjpeg und mp3.
    Creative unterstützt also nur avi und wmv Container.
    Ansonsten könnten noch einige DivX mpeg2 Abspielgeräte Probleme mit dem mp4 Container haben.

  20. Tim Pritlove sagt:

    @Harkai: XVID ist MPEG-4. würde Creative MPEG-4 wirklich unterstützen müssten Sie auch MP4 Contsiner lesen. AVI und WMV sind proprietäre Container-Formate von Microsoft. MPEG-4 ist ein offener Industriestandard. Will man diese Creative-Teile wirklich benutzen?

  21. .marc sagt:

    Ich sehe auch keinen Vorteil von OGG-Daten,
    momentan. Und mal ehrlich, diese Diskussion
    wird einfach kein Ende finden…
    (Siehe Windows/Linux/Mac-Diskussionen)

    Bis die Tage,
    marc

    P.S.
    Wollte mal “Danke” für die ganzen Stunden
    CRE sagen… ;>

  22. Uwe sagt:

    MP3 kann heutzutage jeder popelige DVD-Player und jeder MP3-Stick in der 20 Euro Liga spielen…

    Zudem immer mehr Autoradios (über CD)… (nutze ich gerne)

    Fazit: wenns um den Arbeitsaufwand geht und man sich nur mit einem rumschlagen will (was ich nachvollziehen kann) dann ist MP3 defacto das Mittel der Wahl

    Grüsse Uwe

  23. buzzz sagt:

    Wieso werden die podcasts eigentlich im CBR Modus und nicht VBR?

  24. buzzz sagt:

    nochmal auf deutsch ;)

    Wieso werden die podcasts eigentlich im CBR Modus und nicht mit variabler Bitrate erzeugt?

  25. Tim Pritlove sagt:

    @buzzz: CBR weil es bei den früheren VBR-Varianten immer wieder Probleme mit den Billig-MP3-Playern gab, die sich an den Aufzeichnungen verschluckten. Seitdem ich CBR mache gibt es solche Rückmeldungen nicht mehr. So viel zu Legacy Support :)

  26. Rechteck sagt:

    Ich will nochmal sagen, dass es mir weitaus lieber ist, wenn es mehr Chaosradio Express gibt, als dass es das als Vorbis gibt.

    Auch fände ich es nicht schön, wenn durch einen noch komplizierteren Produktionsweg eventuell ganze Podcasts verschwinden würden oder so ;)

    Will sagen: Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist dem Produzenten mehr Arbeit aufzubürden. Wie wär’s wenn man den Format-Mist auslagert auf andere Personen?

    Und auch: Respekt für all’ die Arbeit, die du geleistet hast, Tim.

    MfG,
    Rechteck

  27. bashee sagt:

    Erstmal vielen Dank für all die tollen CRE-Sendungen!
    Wie funktioniert das denn beim klassischen Chaosradio, dort gibt es ja auch (wesentlich kleinere) Ogg-Versionen. Kann ich irgendwie dabei helfen einfach eine schnörkellose ungetagte Ogg-Vorbis-Version anzubieten? Am besten natuerlich aus dem Rohmaterial. Oder muss man reencoden vom mp3 und darf dir dann nur den Link statt dem File schicken?

  28. Tim Pritlove sagt:

    @bashee: Beim Chaosradio macht bei uns i.d.R. roh einen MP2-Mitschnitt direkt vom Satelliten und wandelt den selbst nach Ogg und packt das auf media.ccc.de. Da es existiert, verlinke ich es auch. Aber es gibt da keinen Podcast Feed für.

    Mir Files zu schicken bringt natürlich wenig. Dann bleibt das liegen weil ich andere Sachen zu tun habe und dann sind wieder alle enttäuscht. Wenn ich was anbiete, dann auch mit Qualitäts- und Service-Garantie. Und wenn Ogg Vorbis, dann natürlich und selbstverstänflich korrekt getagged.

    Ich meine, wenn es jemand nun wirklich darum geht, die Dateien unbedingt als Vorbis zu _hören_, dann kann er das Reencoding ja auch selbst machen und das auch automatisieren – schließlich gibt es ja einen Feed. Die CRE-Dateien sind für Sprache mit 128 Kbit/s CBR ohnehin weit über dem Qualitätsminimum. Da wird man beim Reencoden wahrscheinlich nix vermissen.

    Wenn mir jemand unbedingt gerne Re-encodierte Dateien als Vorbis bereitstellen will UND sie korrekte Tags haben, UND sie immer am gleichen Ort zu finden sind dann packe ich sie auch gerne nach Verfügbarkeit mit in die Links und auf media.ccc.de. Bin ja gar nicht so und will auch nicht so sein :)

  29. Christoph sagt:

    “Die CRE-Dateien sind für Sprache mit 128 Kbit/s CBR ohnehin weit über dem Qualitätsminimum. Da wird man beim Reencoden wahrscheinlich nix vermissen.”

    Das hatte ich heute mittag längst schreiben wollen, aber vergessen.

  30. alex sagt:

    Hallo Tim,

    mir persönlich reicht mp3 vollkommen. Wenn ein anderes (kleineres) Format, dann wäre ich eher für AAC.

    Ich kann aber auch die Argumente der Vorbis-Fraktion verstehen. Von Tags in Ogg habe ich keine Ahnung, aber nach den Kommentaren zu schließen, wären die Ogg-Verfechter ja mit einem “normalen” Vorbis-Feed zufrieden. Was spräche denn dagegen, den mp3-Feed wie gehabt beizubehalten, und einen minimal-Ogg-Feed ohne extra-Tags und den ganzen Schnickschnack automatisiert aus den mp3s zu erzeugen? Müsste ja nur mal einer ein kleines Skript bauen, dann macht dir das ausser einem Klick und ein bisschen Rechenzeit keine Arbeit.

    PS: riesen Respekt und vielen Dank für die ganze Arbeit mit dem Chaosradio!

  31. Harkai sagt:

    Naja. Anscheined gibt es da Konflikte zwischen DivX/XviD und dem mp4 Lager (Apple, Sony etc …)
    Deswegen kann ein Endgerät wohl nur einen Container bzw. Codec verarbeiten (DivX hat ja keinen richtigen eigenen Container – wird häufig in avi eingesetzt)
    Es kommt drauf an auf was man mehr Wert legt.
    XviD oder DivX Filme abspielen zu können, was das Internetformat schlechthin ist (Außer Video-Podcasts, da von Apples itunes dominiert) oder eben Videopodcasts.
    Weiterer Vorteil beim DivX ist das schnelle encodieren. Für gleiche Qualität braucht man eventuell mehr Bandbreite, aber es hält sich im Rahmen.
    Creative Endgeräte unterstützen ja auch den WMV Container, der ja auch ein Industriestandard ist. (VC1)
    Creative ist nunmal einer der größten Soundkartenhersteller für PCs. Und dann kommt Apple und schnappt ihnen die Kunden weg. (Sowohl Mactechnisch als ipod, iphone etc …)
    Naja da dachte sich eben Creative es sei schlau das ipod Format “mp4” nicht zu unterstützten. Ob es nun gut war oder nicht muss jeder für sich entscheiden.
    Viele DVD-Player unterstützen auch nur mpeg2 oder DivX, wie schon erwähnt. (Deswegen evt. auch Apple TV um das Format auch im TV-Gerät durchzusetzen)
    Mp4 ist auf jeden Fall die Zukunft, was ja auch DivX mit dem kauf von Mainconcept gezeigt hat.
    Die Frage ist eben wie lange haben die Leute noch die weitverbreiteten non mp4 Container Player (mehr auf DVD-Player bezogen durch HD-DVD oder Bluray Spieler müssen sie zwangsläufig erneuert werden) und wie sieht es mit der Zielgruppe von ChaosTV Zuschauern aus.
    Bei der Xbox 360 kann man ja nun auch DivX Filme streamen, mp4 geht glaube ich weiterhin nicht wegen AAC Audio. Allerdings hat bestimmt eh jeder ChaosTV feed Benutzer ne PS3.
    ;)
    Und wie ich schon sagte, als Macuser gibts eh momentan 3 Codecs mpeg4 in der neusten Version 100% nach Industriestandard, aac und mp3(Vorläufer von aac).

    Wobei man auch sagen muss, jetzt wo es die Vorratsdatenspeicherung gibt, wird DivX/XviD sowieso nicht mehr so gefragt sein.

    Ein weiterer Vorteil bei DivX/XviD ist, dass man das Seitenverhältnis in das richtige Format strecken kann (von 16:9 zu 4:3). Ich weiß nicht ob das auch bei anderen mpeg4 Codecs funktioniert.

  32. andrew sagt:

    Ich würde mich auch über xvid, mpeg2 oder mpg Dateien freuen. Da kann man sich einfach eine dvd brennen und am Fernseher anschauen. Mp4 funkioniert bei den meisten DVD Playern einfach nicht.

  33. Atilla sagt:

    Die gesamte Denke von Tim geht von einigen Denkfehlern und von realitätsfremden Annahmen aus.

    Allen voran aber sollte ein Sachverhalt immer berücksichtigt werden im Handeln, wenn man schon für eine Institution wie dem CCC REPRÄSENTATIV Informationen erzeugt:
    der CCC ist eine Gemeinde, die den derzeitigen IT – Kommerz kritisch beäugt und analysiert und freie Technologien grundsätzlich unterstützt.

    In diesem Kontext handelt Tim nicht nur nicht korrekt, sondern diametral zu dem Grundansatz des CCC.

    Ein DRM – Produkt gegen eine Anderes auszutauschen (z.B. wmv gegen mp4a) bleibt eine Torpedierung des OpenSource Gedanken.

    1. Wenn das OS des Benutzers hier enge Grenzen setzt, ist dies ein grundsätzliches Problem des verwendeten OS, aber nicht der freien Formate und deren Nutzbarkeit an sich.

    2. Wenn wir uns einig sind, das mal abgesehen von einigen wenigen (W)Lan – fähigen Smartphones kein wirklich verbreitetes Kleingerät zum direkten Intenet – DL und anschliessenden Abspielen der Streams verwendet werden kann, wird der 2. Denkfehler klar: jeder Stream wird erst einmal auf den PC gebannt. Und: da wird er auch gehört.
    Und die User, die den Video Lan Client nicht kennen oder nicht genutzt haben auf ihren Rechner, tendieren eher in den Gefilden ‘Ignoranz’. Ist leider so. Jede weitere Argumentation für oder gegen einen freien Codec wird somit obsolet.

    Zusammenfassen kann man also Folgendes:
    der Veröffentlicher von Streams des renommierten Chaos Computer Club ist auf Grund seiner Verwendung eines proprietären, kommerziellen Betriebssystems, das ihn selber zum Pusher von DRM-Codecs macht, nicht in der Lage, bestimmte Formate anzubieten.

    Im Falle eines BeOS/SkyOS/Neutrino RTOS/AtherOS – Users als Exot könnte man hier Verständnis zeigen, da er immerhin kein ‘Kommerz – Gandalf’ wurde und sich müht, W(indows)ALTER(native) OSse zu nutzen…

    Das man zudem aber dann als ‘Kommerz – Gandalf und als Trend – Troll’ gleichzeitig bei einem anderen Produkt (das mit dem Apfel) die DRM – Reglementierungen und die OS-Eingrenzungen aufs Vollste zu spüren bekommt, setzt der Ironie dieser Situation doch die Krone auf.

    Denn in den Zeiten, wo man selbst auf Klicki-Bunti WintendoOS Medieninhalte mit OpenSource Tools/Codecs effektiv Inhalte erzeugen kann, ist es unverständlich für einen IT’ler, das der CCC dies so prinzip-befreit duldet.

    Und: jeder Windows/Linux user (das sind dann >98% der CCC – Konsumenten) hat genügend Tools, sich die CCC – Daten auf ihren Systemen selbst konvertiert/aufbereitet auf ihr ‘portables Abspielgerät’ aufbereitet hochzuladen (wenn er’s denn da hören will.

    *kopfschüttel*

    Keine Chance für DRM-Formate.
    Sorry.
    Weder von M$, noch von Zonie, noch von Appel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *