CRE180 Passivhäuser

Nach einer längeren Pause geht es jetzt wieder munter weiter mit Chaosradio Express. Dieses Mal gibt es ein längeres Gespräch über das Energiesparen beim Wohnen: CRE180 Passivhäuser

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14 Antworten auf CRE180 Passivhäuser

  1. slarty sagt:

    Lange nichts, und dann so ein schönes Thema, super :)

  2. kap sagt:

    In Berlin, gleich hinter der c-base, steht ein Fermwärmeerzeugendes Kraftwerk: http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Berlin-Mitte
    Heizt auch meine Wohnung.

  3. beatsteak sagt:

    Hi Tim,

    interessantes Thema. In der Sendung hast du erwähnt, dass du auch mal einen CRE zum Thema Photovoltaik machen möchtest. Da ich selber erneuerbare Energietechnik studiere, würde es mich freuen, wenn du vielleicht mal eine Sendung mit Volker Quaschning über erneuerbare Energien/Klimaschutz machen könntest. Seine Fachbücher geben einen guten Überblick über das Thema und sind auch allgemeinverständlich gut zu verstehen. Er lehrt glaube ich auch an der TU Berlin und damit ja nicht so weit von der Metaebene entfernt ;)

  4. ali sagt:

    Vielen Dank für den interessanten Podcast. Wie lange halten denn die Abdichtung, Dämmung, Frischluftanlage, Wärmetauscher eines Passivhauses durchschnittlich bis sie erneuert werden müssen?

  5. ali sagt:

    Hallo Marc,
    falls Du hier mitliest, wie löst ihr bei Passivhäusern das Problem mit der trockenen Luft im Winter. Wenn ich ganzjährig dieselbe Temperatur im Haus habe, dann hätte ich auch gern ganzjährig die gleiche Luftfeuchtigkeit. Ron hatte in CRE 75 Enthalpie-Wärmetauscher erwähnt.
    Können die die Luftfeuchtigkeit dauerhaft konstant halten. Wie vermeidet man z.B., dass es im Passivhaus schimmelmäßig zugeht wie auf der Raumstation Mir? Gibt es Frischwasser-Luftbefeuchter-Wärmetauscher?

  6. Marc sagt:

    Hallo Ali,

    grundsätzlich ist es ja so, dass die Luftfeuchtigkeit der Außenluft extrem abfällt, wenn die Temperatur unter Null Grad sinkt. Wenn man solch trockene Luft in die Wohnung bringt, sinkt somit auch die Raumluftfeuchte innen. Das ist im undichten Altbau erst mal das gleiche wie im Passivhaus. Allerdings ist die Luftmenge im Passivhaus normalerweise auch im Winter konstant. Viele Lüftungsanlage haben aus diesem Grund die Zusatzfunktion, dass bei tiefen Außentemperaturen die Luftmenge reduziert wird. Das kann den Effekt etwas begrenzen. Eine weitere Möglichkeit ist z. B. Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Normalerweise sollte die Luftfeuchte meist zwischen 30 % und 40 % liegen. In undichten Altbauten ist im Winter der Luftwechsel unter Umständen aber auch sehr hoch (dann kommt sogar die kalte Außenluft direkt in die Wohnung), so dass auch dort extrem niedrige Raumluftfeuchten auftreten können. Erstaunlicher Weise habe ich noch nie systematische Messwerte der Raumluftfeuchte von Altbauten gefunden, die Werte, die ich selbst gemessen habe, lagen teilweise unter 25%!
    Der Entalpie-Wärmetauscher kann die Luftfeuchte in der Raumluft erhöhen, dadurch dass er die Feuchte zurückgewinnt. Solche Geräte gibt es zu kaufen, sind aber im Wohnungsbau aber noch nicht so verbreitet.
    Lüftungsanlagen von Passivhäusern haben keine Luftbefeuchtung. Solche Systeme sind hygienisch deutlich anfälliger; wenn man zusätzlich befeuchten will, dann höchsten in der Raumluft, nicht über das Kanalnetz, damit dieses trocken und sauber bleibt.
    Schimmel ist in Passivhäusern nun wirklich kein Thema: einerseits gibt es keine kalten Flächen, an denen Feuchtigkeit auskondensieren könnte, andererseits sorgt die Lüftungsanlage dafür, dass die Luftfeuchte abtransportiert wird.
    Ich hoffe, Deine Fragen einigermaßen beantwortet zu haben.

  7. ali sagt:

    Hallo Marc,
    vielen Dank für die schnelle und umfassende Antwort!
    Von der Möglichkeit der Luftmengenbegrenzung habe ich auch schon gelesen. Allerdings macht diese für mich nur Sinn, um die Frischluftzufuhr pro sich im Haus befindender Person konstant zu halten.
    Müsste man einen Wäschetrockenschrank nicht auch mit der kontrollierten Wohnraumlüftung verbinden?
    Dann bringt man doch auch Feuchtigkeit ins Kanalsystem ein. Wo ist der Unterschied zum Enthalpie-Wärmetauscher, bzw. zur angesaugten feuchten Luft im Sommer? Ich würde den Luftstrom aus Hygienegründen nicht beheizen wollen und statt dessen z.B. eine Wärmepumpe/Warmwasseraufbereitung/Flächenheizung Kombination wählen.
    Meine Idee wäre im Winter mittels Grünpflanzen und Enthalpie-Wärmetauscher bei guter Luftzufuhr die Luftfeuchtigkeit bei schleimhautfreundlichen 40-45% zu halten. Im Frühling-Herbst dagegen die Rückbefeuchtung auszuschalten und die Grünpflanzen nach draußen zu verfrachten um derart die Luftfeuchtigkeit auf maximal Außenniveau zu halten.
    Ist das möglich? Hat das schonmal jemand ausprobiert?

  8. sofias. sagt:

    ein bisschen dejavu, aber sehr nette folge.

    das ein mensch mit 80 watt läuft ist ja interessant. B)

    den focus auf einfamilienhäuser fand ich etwas eng, wie sieht es bei großen wohnkompexen aus?

    noch nen themenvorschlag:
    strom/energienetze, und wie man diese dezentralisieren könnte.

  9. David sagt:

    Hallo und danke für die interessante Sendung.
    Marc, wie beurteilst du dann Erdwärme? (Interessiert mich, da wir unsere Wohnung mit Erdwärme beheizen.)
    Hat jemand interessante Links zu den von Tim erwähnten geekigen Strommess-Tools?

  10. Marc sagt:

    Hallo David,

    Erdwärme geht grundsätzlich, wenn man aber ein Einfamilien-Passivhaus besitzt, dann ist das im Podcast beschriebene Kompaktaggregat sicher unkomplizierter und vor allem deutlich günstiger. Das funktioniert aber nur, wenn die Heizleistung des Gebäudes nicht höher liegt, als ca. 10 W/m². Bei Heizleistungen darüber wird Erdwärme interessanter. Die Kosten sind je nach örtlicheh Gegebenheiten (Erdabsorber im Garten möglich bzw. tiefe Bohrungen erforderlich) sehr unterschiedlich, da Bohrungen richtig ins Geld gehen. Da Ihr schon eine Anlage besitzt, war das aber wohl kein Problem.
    Allerdings ist es bei dieser Technik auch sehr wichtig, das sie korrekt geplant und eingeregelt ist, sonst kann der Stromverbrauch deutlich höher liegen, als geplant. Knackpunkte sind einerseits eine niedrige Systemtemperatur (kann man durch große Heizflächen und niedrige Vorlauftemperaturen erreichen) und dass die Warmwasserbereitung zumindest im Sommer mit einer thermischen Solaranlage unterstützt wir. Denn wenn die Wärmepumpe Warmwasser von ca. 50°C erzeugen muss, sinkt die Effizienz.
    Kannst Du abschätzen, wie hoch die Jahresarbeitszahl der Anlage ist (gelieferte Wärme geteilt durch Stromverbrauch(inkl. Pumpenstrom))?
    Ab Werten von 3 wird es energetisch, ökologisch und finanziell interessant.

  11. Marc sagt:

    Hallo Sofias,

    große Wohnanlagen werden natürlich auch in Passivhaus-Bauweise errichtet. Vieles ist da gleich oder ähnlich. Unterschiede zum Einfamilienhaus sind u.a.:

    Lüftung
    Neben den wohnungsweisen Lüftungsanlagen werden bei großen Wohnanlagen auch zentrale Lüftungsgeräte eingesetzt. Diese haben den Vorteil, dass sie zentral gewartet werden können (z. B. für den sehr wichtigen Filtertausch müssen nicht mehr die einzelnen Wohnungen betreten werden). Allerdings sind die Brandschutzanforderungen höher und das kann die Kosten treiben, so dass teilweise weiter wohnungsweise Anlagen eingesetzt werden.

    Gebäudehülle
    Grundsätzlich haben große Gebäude ein günstigeres Verhältnis von Gebäudevolumen zu wärmeabgebenden Flächen, so dass die Dämmstoffdicken meist ein wenig geringer ausfallen können. Eine lückenloser Dämmung unter einem großen Gebäude unterzubringen ist aufwändiger, da z. B. 4-6 Stockwerke drüber lasten. Das ist aber lösbar.

    Wärmeversorgung
    Einfamilienhäuser werden oft mit Fortluftwärmepumpen zur Wärmeversorgung ausgestattet. Bei Mehrfamilienhäusern wird diese Technik kaum eingesetzt. Oft sind es klassische Techniken wie Erdgas-Brennwertkessel oder Fernwärme für große Gebäude. Da es ohnhin separate Heizräume gibt, könnte auch z. B. eine Holzheizung einfacher genutzt werden (kein Problem mit der luftdichten Hülle). Da der Wartungsaufwand (Ascheentsorgung) deutlich höher ist, gibt es meines wissens aber trotzdem nicht so viele Holzpettelheizungen in Mehrfamilien-PH. Dafür steigen die Chancen für Kraft-Wärme-Kopplung im BHKW, da der Warmwasserbedarf mehr als die Hälfte der Wärmelast ausmacht und dieser ganzjährig fast gleich ist. Allerdings muss man im Mehrfamilienhaus auch deutlich mehr auf eine Reduktion der Verteilverluste achten, die könnten sonst genau so hoch liegen, wie der Heizwärmebedarf.

  12. Marc sagt:

    Hallo Ali,

    kurze Anmerkung nochmals zum Wäschtrocknen. Gemeint war das “offene” Trocknen auf der Wäschespinne im Raum, nur dann wird die Feuchte auch in den Raum abgegeben.
    Erfahrungen, welche Raumluftfeuchten mit dem Enthalpie-Tauscher in der Praxis erreichbar sind, habe ich nicht.

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