CR205: Vintage Computing

Für Auto-Fans sind gut gepflegte “Oldtimer” absolute Liebhaberstücke. Aber warum stellt sich jemand freiwillig alte Computer ins Zimmer? Und was ist so faszinierend an Hardware, die für einen Bruchteil der Rechenleistung eines Smartphones einen Starkstromanschluß braucht? Anlässlich des Vintage Computing Festivals in Berlin am 04. und 05. Oktober begrüßt Marcus Richter neben vintage-affinen CCC-Mitgliedern auch die Macher der Veranstaltung am Donnerstag den 25.09. ab 22 Uhr in den Fritz-Studios in Potsdam-Babelsberg.

Dabei soll nicht nur geklärt werden, ob Retro-Computer wichtige museale Werkzeuge der digitalen Archivierung, Hipster-Zubehör oder vielleicht eine robuste Alternative zu Smartphones im Fall einer Zombie-Apokalypse sind. Wir wollen außerdem von euch wissen, was das älteste Stück Rechentechnik ist, dass sich bei euch noch hinter dem Fernsehschrank oder in staubigen Kellerecken verbirgt.

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22 Antworten auf CR205: Vintage Computing

  1. DDA sagt:

    Die älteste Kiste, die bei mir zu Haus steht ist eine DEC VAX3100 Model76 (mit 32MB Maximalspeicherausbau und einer für ihre Zeit gewaltigen 500MB- SCSI Platte) aus dem Jahr 1989. 32Bit mit ca. 35 MHz, anschließbar, nur derzeit aus Platzmangel ausgelagert ist ein 19″ Monochrom-Monitor mit 1280 x 1024 Pixeln.
    Darauf läuft ein OpenVMS 6.2 und DECNet Phase IV (Phase V – die DEC- Interpretation eines WAN und wesentlich ausgefeilter als TCPIP ist einfach gigantisch aufwendig) Aber mit dem mitgelieferten TCPIP- Stack kann die Kiste sogar ins Internet (relativ angriffsresistent), es gibt auch einen Browser (netscape)

    Axel

  2. Slow3000 sagt:

    Ja, der ZX81 war mein erster Computer (bzw. der von meinem Papa ;))

  3. RN sagt:

    Zwar Peripherie, aber alt: Röhrenmonitor M25BB9A der “Fernseh GmbH”, schweres Gerät. :)

  4. eTc sagt:

    ZX-81 selbst zusammengelötet :-)

    Davor den Einstieg in “prograsmmierbares” mit dem Kosmos CP-1 Experimentierkasten.

    Älteste HW vielleicht mein EEPROM-Programmer – der kann sogar 2kB Typen (27256).

  5. DDA sagt:

    Die größte Kiste ist ein DEC Alphaserver 4000 mitg HSC- Controller und zwei Plattenarrays, dies ist ein schreibtischhohes 19″-Rck (und dient auch wirklich als Schreibtischerweiterung)

  6. µP sagt:

    ältester: Telefunken RAT-700 (Analogcomputer) ~ 1961
    größter: Zilog System 8000 (16-Bit-Computer von ~1980)

  7. Christian Berger sagt:

    Also ich denke nicht, dass die BTX-Terminals in Zügen an das normale BTX-Netz angeschlossen waren. Das waren einfach nur Infobildschirme, die ggf. interaktiv waren. Der BTX Standard hat es aber ermöglicht, relativ beeindruckende Graphiken mit relativ wenig Aufwand zu machen.
    Es war sogar so, dass einige Fernsehgerätehersteller (ich glaube zumindest Nokia) in der 2. Hälfte der 1990ger Jahre “BTX”-Zeichengeneratoren zur Darstellung des OSDs verwendet haben. Die brauchte man dann auch für Teletext Level 2.5, der heute in Deutschland zögerlich verwendeten BTX-Norm. (Man erkennt ob man einen 2.5-fähigen Dekoder hat, wenn beim ZDF-Text das Logo rund ist und Texte orange sind) Dadurch konnten die relativ beeindruckende Pseudographiken darstellen.

  8. Tobi sagt:

    Zu den Disketten beim Fernverkehr der Deutschen Bahn: Seit Anfang 2013 wird das Fahrgastinformationssystem (FIS) schrittweise an die “Funkkommunikation Fernverkehr – Mobile Integrationsplattform” (FKF-MIP) angebunden. Damit kann man dann die Reservierungsdaten und FIS-Stammdaten (Zuglauf usw.) empfangen. Wird mit dem MIP eine Zugtaufe vorgenommen, ruft der FIS-Rechner die EPA-Daten über das GSM-Netz beim Backoffice ab. Somit sind zukünftig keine Disketten mehr notwendig, werden aber als Rückfallebene bis auf Weiteres bereitgehalten.

  9. Venty sagt:

    Ich hab noch eine Walther Multa-32. Das ist eine mechanische Rechenmaschine fuer auf den Tisch, ca. 10 kg schwer. Beherrscht die drei(!) Grundrechenarten Addition, Subtraktion und Multiplikation und druckt die Ergebnisse in rot und schwarz auf einen Papierstreifen. Darf in einem modernen Bureau auf keinen Fall fehlen. =:o)

  10. panzi sagt:

    “Wahrscheinlich werden auch Atomkraftwerke noch… [mit Disketten betrieben].”

    Das weiß ich nicht, aber Atomsilos werden das. Und zwar mit den ganz alten 8 Zoll Disketten (ja, nicht 3.5 oder 5.25 Zoll sondern 8 Zoll!). http://gizmodo.com/inside-the-us-nuclear-silos-where-floppy-disk-are-still-1568609439

  11. Gunnar sagt:

    Seid wann gibt es denn ein Livevideomitschnitt beim Chaosradio? Und warum? Das ist ja ganz neu für mich.

  12. zerozero sagt:

    Kann mir jemand sagen, wo ich den Track / die Musik bei 1:05:00 finde? Soll 90Winds – Steamy sein, aber ich kann es nicht finden.

    Besten Dank!

  13. Hermann sagt:

    Ich hatte aus eine Genossenschaftsbank eine 4700 von IBM (Kaninchenstall) abgestaubt.
    Wegen Zeitnot habe ich sie dann an ein Pärchen, 2 damals Junge Talente, die ein Museum Machen wollten quasi verschenkt. Die beiden hatten den PKW voller EDV”Schrott” und kamen bei mir gegen Mitternacht vorbei um das gerät aus der Garage mitzunehmen. Hab nie mehr was gehört. Wenn Ihr hier Mitlest: gibt es das Museum nun ?
    Gruß
    Hermann

  14. Hermann sagt:

    Währen der Schulzeit habe ich auf einer Bürogerätemesse einen Sirius1 als das Prachtstück der gesamten Ausstellung gesehen Das Ding war so Teuer wie ein Auto. Damals spielten die meisten mit Atari 400XL’s .
    5 Jahre später habe ich so ein Gerät gehabt für fast Geschenkt mit einem Monitor und einem Typenraddrucker. Das war wie neu und kam aus einer Vorstandsetage. Also schon Damals 1990 gab es schnelle Wertverluste.
    Nachdem das Farbband gegen Carbonband getauscht war hatte ich ein Schriftbild, welches besser war, als das der meisten als heutigen Laserdrucker.
    Das Ding hat mehrere 100 Bewerbungen für meine Kumpels und mich runtergerattert. Alle haben gute Posten bekommen. ;-}
    Irgendwann wurde das von einem Toshiba XT Notebook abgelöst.
    Das hatte LCD und kam endloslange mit einer Akkuladung aus.
    noch heute habe ich einen anderen XT Rechner mit LCD, der läuft Monate lang mit 2 Mignonzellen (akkus) weil er keine Hintergrundbeleuchtung braucht.
    Schade das es heute sowas nicht mehr gibt. Alles muss über Nacht geladen werden sogar die Ipads.
    Macht euch mal gedanken warum logik Halbleiter soviel mehr Strom brauchen als Verstärker. Logik ist doch ein leistungsloser 0-1-Zustand oder die Flanke davon aber verbrauchen muss man Spannung doch nicht wenn anlegen reicht.
    Demnach dürfte bei einem modernen Tablet statt Hintergrundbeleuchtung ein Spiegel ausreichen und dann müsste es auch dort möglich sein mit den Batterien über Monate zu kommen. Da ist manch ein Vintagegerät sehr im Vorteil.

  15. Hermann sagt:

    Fortsetzung von oben…..
    Ich hatte mir nach dem zx81 einen VC64 aus USA getauscht.
    Der lief im Original mit 60 Herz also schneller.
    Ich hatte nur 50 Herz Netzstrom.
    Also musste ich um die Geschwindigkeit zu halten statt 1200 Baud irgend was mit 1300 Baud einstellen. Den genauen Wert weis ich nicht mehr. Damit habe ich 1988 mit einem selbst konstruierten Modem Packet Radio auf 2 mtr gemacht.
    Für Telex (RTTY) war die Baudrate nicht so kritisch. (DJ6HP Filterkonverter, Abstimmkreutz und Signale 20 db unter dem Rauschen auf Kurzwelle mit selbstgebautem Equipment)
    Wer macht sowas heute noch ?
    Meine Kinder wissen nicheinmal was eine Vinyl Schallplatte ist und wie man die abspielt. Und keinen interessiert das mehr. Sogar die CD verschwsindet gerade und wer weis wie mp3 funktioniert. Kennt hier jemand den Rechenalgorhythmus ?
    Sachen die man täglich nutzt doch weis keiner was drinn ist. das gabs zur “Vintagezeit” aus meinem Blickwinkel nicht so ausgeprägt. Vor 30 Jahren konnte ich die Welt noch halbwegs erklären. heute sind die Teile so klein, das ich nicht mal mehr mit blossem Auge erkenne ob das Widerstände oder Kondensatoren sind.

    Abschlussbemerkung: Vintage ist auch einem Wandel unterworfen der heutige aktuele Kram ist bald Vintage. Mit dem Begriff kann man etwas Wehmut und nachtrauern an alte gern genutzte oder beliebte Geräte od technologien verbinden. Oft auch an die etwas besser gebauten Geräte. Der Begriff ist Aufwertend im Gegensatz zum Begriff “Elektroschrott” meint oft aber das gleiche.

  16. Michele Andreas Vig sagt:

    !!! Die kleinen Tastatur Computer verdienen weiterhin eine Daseinsberechtigung !!!

    Hallo Oldschoolcomputer-User. Ich bin auch eine Retro-Computer User.
    Ich bin der Meinung dass, man nicht vergessen sollte, was diese kleinen Computer
    in den 80´er Jahren für uns geleistet haben.
    Sie haben uns die Basic´s des Computings nahe gebracht.
    Nicht nur auf den Videospiel-Sektor sondern auch den Anwendungsbereich, waren kleinen die Rechner von großen Nutzen.

    Man konnte auch schon Textverabeitung, Grafik und Musikanwendung auf solche Rechner laufen lassen. Für damalige Verhältnisse war das schon sehr sensationell.
    Die Vertreter der damaligen Produkthersteller waren bei mir Commodore 64,
    Amiga 500, 1200 ; Atari 1040 STF.

    Nach wie vor habe ich auch noch meinen Amiga 1200 und den guten alten C64.

    Beim Amiga 1200 habe ich besondere Hardware noch hinzugefügt die es ermöglicht,
    dass man den Rechner auf moderne LCD und LED Flatpanel-Monitore anschliessen kann. Diesen Rechner kann man dann auch weiterhin nutzen und macht auch wieder Spass, Anwendungen und Video Spiele am laufen zu haben.
    Ich habe noch dem Amiga ein CD-Rom Laufwerk spendiert, der kombiniert mit einen speziellen IDE Controller mit einer Compact-Flash Karte arbeitet.
    Die Compact-Flash Karte ist Ersatz als Festplatte.
    Selbst für den Amiga gibt es auch Diskimages die auf diesen System mit diese Systemkombination wieder wiederhergestellt oder auch gesichert werden können.

    Bein Commodore C64 habe ich ein besonderes Steckmodul und dass nennt sich Ultimate 1541 II. Es ermöglicht den Einsatz von sogenannten Disketten Images (D64).
    Damit kann man wieder alte C64 Software weiter verwenden.
    Und noch eine Besonderheit bietet dieses Modul. Man kann seine alten Disketten auf dieses Modul sichern. Es wird ein D64 Image erstellt und auf eine Micro SD Karte gespeichert. So kann man auch seine alten Softwareperlen sichern.
    Die Micro SD Karte funktioniert wie eine Festplatte.

    Die Faszination schlussendlich ist, dass man mit wenig Hardwareresourcen auch Spass haben kann. Es waren auch schöne Zeiten mit diesen Rechnern, die man auch nicht missen möchte. Daher ist es mein Bestreben, weiterhin diese alten Computer
    am Leben zu erhalten.
    Letztendlich ist eine Wertschätzung gegenüber den damaligen Herstellern. Ich sage danke an den Herstellern : Commodore, Atari die es mir möglich haben, Computertechnologie kennen zu lernen.

    Meine beiden Rechner werden weiterhin am Leben bleiben.

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