CR238: Informatik-Studium und -Ausbildung

Theorie und Praxis

Es gibt die Redewendung, dass man nur ein richtiger Hacker sei, wenn man ein abgebrochenes Informatikstudium vorzuweisen habe.

Im Jahr 2017 ist Informatik ein Trend-Studienfach – in den Top 10 der Studiengänge liegt es auf Platz 4. Doch was steckt hinter einem Informatikstudium? Welche Grundlagen vermittelt es? Wieviel dieses Grundlagenwissens kann man später im Beruf wirklich nutzen? Brauche ich wirklich ein Studium, wenn ich später “was mit Computern” machen will? Ist es vielleicht sinnvoller, eine Fachinformatiker-Ausbildung zu machen?

Das bespricht Marcus Richter im Chaosradio 238, live ab 22 Uhr im CCCB in der Marienstrasse 11 mit seinen Gästen. Kommt zahlreich oder folgt dem Stream!

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7 Antworten auf CR238: Informatik-Studium und -Ausbildung

  1. Frank Kargl sagt:

    Die Sendung dreht sich etwas zu sehr um Informatik als Berufsausbildung und vergisst, dass das Studium gerade auch an einer Uni auch eine wissenschaftliche Ausbildung ist, die zu Promotion etc. befähigen soll. Von daher wäre es schön gewesen, wenn ihr in der Runde auch jemanden dabei gehabt hättet, der das ganze aus Uni- und Professorensicht betrachtet. Kandidaten bzw. -innen gäbe es im CCC ja durchaus und manche sogar in Berlin ;-)

  2. Mathias Panzenböck sagt:

    Was ist denn das für ein Informatikstudium wo einem A programmieren nicht beigebracht wird und B es nicht notwendig ist um durchzukommen? Gäbe es so an der TU Wien nicht. Jedenfalls nicht als ich dort angefangen hab zu studieren. Da musste man in C, Java, Haskell, Prolog (Pflichtfächer in Bachelor) und R programmieren (Pflichtfach in Master). Assembler musste man nur indirekt in Compilerbau programmieren (Pflichtfach in Bachelor). Gab auch ein zwei Tests wo man aufm Zettel programmieren musste. Trotzdem kam die Theorie auch nicht zu kurz.

    • Nur weil man mit Programmiersprachen in Kontakt gekommen ist und ein bisschen was gemacht haben muss, heisst das noch lange nicht, dass man auch programmieren kann.

      Bei den Pflichtfächern kann man sich durchwursteln, bei den Wahlfächern nimmt man halt das, was kein Programmieren braucht und gerade weil es ja eine universitäre Ausbildung ist, hat man da bei vielen Unis sicher genug Ausweichmöglichkeiten.

      Ist wie bei den natürlichen Sprachen. Nur weil du dich mehr oder weniger durchschlagen kannst mit deinen Sprachkenntnissen, kannst du noch lange kein Buch in dieser Sprache schreiben.

      Ich habe auch nicht an der Uni Programmieren gelernt. Aber durch den Kontakt zu verschiedenen Programmierkonzepten, Software Engineering und anderen Sachen, bin ich ein viel besserer Programmierer geworden (das auch noch als Hinweis auf die Frage im Teaser, ob so ein Studium überhaupt was bringt, wenn man nachher nur ein Coding-Monkey wird).

  3. Emil sagt:

    das ‘I beg to differ’-Kontingent dieses Podcasts ist für dieses Jahrzehnt dann auch ausgeschöpft

  4. Was bei den Voraussetzungen noch vergessen wurde: die englische Sprache. Ohne solide Kenntnisse oder die Bereitschaft “technisches” Englisch inklusive der entsprechenden Fachbegriffe innerhalb der ersten beiden Semester zu lernen kommt man meiner Meinung nach nicht besonders weit. Deutsche Übersetzungen von Fachbüchern wie dem klassischen “Tanenbaum – Operating Systems” oder auch vielen anderen sind sehr schlecht und auch beim Programmieren sollte man sich direkt auf die englische Sprache (Stackoverflow, engl. Variablenbezeichner bzw. engl. Quellcode) einlassen.

  5. Kristian G. sagt:

    Eine Anmerkung zum Fachinformatiker: Es macht einen Riesenunterschied ob man das als Ausbildung oder Umschulung macht. Die Umschulung sind zwei Jahre, davon 8 Monate Praktikum (am Stück) und es kommt hier natürlich auch wieder etwas darauf on wo man es macht.
    Die Umschüler sind alle Erwachsene (teilweise mit Familie) und gehn da ein bißchen anders vor als die Jugendlichen. Wo ich war gab ‘s alle ein bis zwei Wochen schriftiche Prüfungen (auf Papier) und das Themengebiet war komplett queerbet bis sich die Fachrichtungen aufteilten. Ging schon auch richtig zur Sache, von Datensicherheit, Datenbanken, über Programmierung bis zu Linux und sonstigem Schnickschnack. Den Betrieb darf/muss man sich selbst aussuchen.
    Am Ende war ‘s mir teilweise ein bißchen zu oberflächig aber Job ist ja auch eher Mädchen für alles.
    Anyhow, interessante Sendung bis zum nächsten Mal.

  6. Maria sagt:

    Spaßige Sendung!! :)
    Vielleicht interessant für Menschen die sich zwischen Studium und Ausbildung nicht entscheiden können:
    In der Ausbildung wird, bestätigend zu dem was im Podcast angerissen wurde, ein anderer Ansatz als im Studium verfolgt:
    Etwa wie: “Was ist das? ” Das ist blaues Licht. “Und was macht es?” “Es leuchtet blau.”
    Was und oberflächliche Wie-Fragen konnten bei mir in der Berufsschule ganz gut beantwortet werden. Ein “…das kann man doch bestimmt so [Ausführung] zweckentfremden” und ” ja, aber warum funktioniert denn das jetzt genau? oder warum funktioniert das genau SO nicht?” war dann doch eher unbeliebt, was man vielleicht damit begründen kann, dass man den Fokus in der Ausbildung eher auf die Anwendung und Wartung von Technik oder Systemen legt als auf die Erläuterung der Zusammenhänge. ( Wie immer braucht man die aber, wenn man Probleme lösen will )
    Natürlich kommt es auch immer auf die praktische Erfahrung an die man im Betrieb sammeln kann und es ist gut nebenbei machbar, sich die Hintergründe, wenn auch nur oberflächlich, anzulesen, auch wenn man nicht in einem Betrieb ist der große Netzwerke baut. Noch ganz interessant: Wir hatten die Möglichkeit einige Zertifikate zu machen bzw. die Vorbereitung dafür zu erledigen ( CCNT, CCNA (Cisco)). Inwiefern das den Berufseinstieg erleichtert kann ich noch nicht sagen, aber in irgendeiner Hinsicht sinnvoll ist es spätestens auf dem Lebenslauf. Mein Fazit aus der Ausbildung ist, dass ich viel über die Anwendung von Technik gelernt habe, über Informatik weniger.

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